MEINE PHILOSOPHIE
Die Lehre zur Bereiterin (Pferdefachfrau Klassisches Reiten) war meine zweite Lehre. Ich startete sehr ambitioniert und motiviert in die Pferdesportwelt und hatte das Glück, von vielen wunderbaren Pferden lernen zu können. Während der Ausbildung wurde ich nach den heute «klassischen» Ansätzen unterrichtet und für eine Zeit lang waren diese für mich auch nicht zu widerlegen. Ich möchte betonen, dass ich sehr vieles gelernt habe, das mich heute noch begleitet.
Von vielem aus der Pferdesportszene nehme ich heute bewusst Abstand. Ich habe viel Gewalt und Zwang, in der Dressur und im Springen, gesehen, gelehrt bekommen und auch selbst angewendet. Ich kann mich an Momente erinnern, als ich vom Pferd abgesessen bin, und mein Nacken verspannt war, weil ich beim Reiten mit der Hand ständig am Gegenhalten war. Auch konnte ich viele Pferde nicht ohne Reithandschuhe reiten, da sonst meine Finger wund wurden. Damals habe ich es mir auf verschiedene Weisen schöngeredet. Ich darf auch sagen, dass ich es einfach nicht besser gewusst habe und keine guten Vorbilder in meiner Umgebung hatte – leider. Ich bedaure das sehr. Heute ist für mich eine solche Reiterei unvorstellbar, egal mit welchem Pferd, und Reithandschuhe – die brauche ich nur noch im Winter. 😉
Niemand ist perfekt, wir machen alle Fehler und die meisten von uns wollen nur das Beste für ihre Pferde. Aber ich distanziere mich klar von der Klassischen Reitweise, wie sie heute durchschnittlich in den meisten Reitställen und vor allem auf dem Dressurviereck praktiziert wird und verneine den Gebrauch von Ausrüstung, die nur dazu dient, das Pferd gefügig zu machen.
Was hat mich zum Umdenken bewogen?
Erstens war es mein eigenes Pferd Laslo. Er gehört eher der gemütlicheren Sorte an und bereits ab gewissen Lektionen auf Stufe L war ich gefühlt nur noch am Treiben und Laslo stützte sich am Zügel ab und lief auf der Vorhand. Immer wieder hallten in mir die Worte, die ich in der Berufsschule gelesen hatte, nach. «Die Anlehnung soll so leicht wie das Gewicht der Zügel sein.» Es dämmerte mir, dass ich mit dieser Reitweise nicht zur Leichtigkeit finden würde.
Zweitens hatte ich dann einen schwereren Unfall mit einem jungen Pferd. Die Zeit der Genesung gab mir viel Raum zum Denken – und Umdenken. Als ich wieder reiten konnte, orientierte ich mich langsam, aber sicher um und Laslo diente als Versuchskaninchen.
Heute bin ich sehr dankbar für diese Erfahrung, auch wenn der Weg oft sehr schwierig war. Ich habe noch lange nicht alles erreicht, was mir in meinen Traumbildern so vorschwebt. Aber ständiges Treiben, viel Gewicht in der Hand und Ausbindezügel gehören definitiv der Vergangenheit an. Ich habe mich vor allem in der Hand- und Freiarbeit weitergebildet, die für mich heute als eines der wichtigsten Tools für eine ganzheitliche Pferdeausbildung gilt. Grosse Inspiration finde ich in der altklassischen Reitkunst und bei Reitmeisterinnen der Moderne wie z.B. Sonja Leitenstern, Anja Beran und Sonja Weber wie auch in der Schule der Légèreté.
Meine Vision ist es, den Menschen die Sanftheit der Pferde näher zu bringen und sie darin zu schulen, nur so wenig einzuwirken, wie es wirklich nötig ist; und das ist meistens viel weniger, als wir denken. Pferde weit auszubilden macht sie auch optisch schöner und stolzer. Durch ein vielseitiges und sinnvolles Training, werden sie nicht nur mutiger und verlässlicher, sondern auch ihre Körperformen verändern sich positiv. Ein korrekt trainiertes Pferd ist ebenfalls weniger anfällig für Krankheiten und fähig, das Reitergewicht bis ins hohe Alter zu tragen.
Willst auch du zu mehr Leichtigkeit im Training mit deinem Pferd finden? Findest du auch, feines Reiten macht nicht nur dir, sondern auch deinem Pferd mehr Spass?
Dann freue ich mich, wenn ich dir helfen kann. Ob in Einheiten der Boden-, Hand- oder Freiarbeit, Dressur- oder Springreitstunden oder Beritt für dein Pferd. Melde dich unverbindlich bei mir. Ich freue mich von dir und deinen Träumen zu hören.